UNARTIG

Einleitung:

Das Schreiben in Mundart wäre eine Unart, oder schlimmer gar, ungenießbares Wörtergebräu, so wird das ab und an postuliert.

Um festzustellen, dass es Formen des geschriebenen Wortes gibt, die eine Unart darstellen könnten, musst du wahrscheinlich mindestens Experte der rechten, manierlichen Art sein, Buchstaben in Reih und Glied zu sortieren.

Hauptteil:

Da ist mir gleich mein alter Deutschlehrer eingefallen und ich hab mir gedacht:

Oh ja, lass mich unartig sein!  Lass mich der Versuchung widerstehen, artige Deutschaufsätze zu Papier zu bringen!“

Weil, mit Sätzen kann man soviel mehr anfangen als sie  brav zu verschriftbildlichen. Du kannst sie beuteln und streicheln, mit ihnen im Schlamm catchen, ihnen das Gewand vom Leib reißen, ihnen unter die Haut gehen, sie mit dem Schmiedehammer behauen oder mit dem Nerzhandschuh liebkosen. Bis zur Ermattung kann man mit ihnen ringen oder sie in die Luft hauchen, gleich schillernden Seifenblasen. Spitz, scharf und gefährlich oder rundlich, weich und saftig können sie dir erscheinen, dich einhüllen, umgarnen, auffangen oder sich einbrennen ins Hirn, wie einem Rindviech das Mal ins scheckige Fell.

„Man kann denken, wohin und soweit man will.“ (Ernst Jandl)   So schauts aus. 🙂

Schluß:

Und jetzt mach ich mir einen guten Roten auf, trink einen Schluck auf den Oskar Maria Graf und vielleicht  hör ich mir dazu sein „Made in Bavaria“ an. Sehr zu empfehlen – by the way.

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Leseabenteuer buchen

apropos … (miete einen Autor)

Lesungen sind immer eine spannende Sache und manchmal „fuchsteufelswild“

Anfragen am besten über:

Piper Verlag

Krimi Lesung Roland Krause

Ansonsten freu ich mich natürlich auch, wenn man mich direkt kontaktiert – Anregungen, Fragen und natürlich Lobeshymnen inclusive –

Bei der Gelegenheit: Großes DANKESCHÖN an all die bisherigen E-Mailer.

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Viech

 Nein – das Romanschreiben ist keine schwere Geburt. Als Mann sollte man den Vergleich sowieso nicht gedankenlos raushauen. Man sollt schon wissen, wovon man redet.
Was ich allerdings sagen kann: Es ist eine ausfüllende Tätigkeit. Gefüllt bist du mit Wörtern und Sätzen und Pipapo, so dass reales Leben sich hinten anstellen muss, in der Schlange. Ums tierisch auszudrücken: Höhlenbär statt Partylöwe.
Nachdem der neue Fall vom Sandner „Fuchsteufelswild“ jetzt zu Datei gebracht ist –wird zumindest im Hirnstüberl wieder eine Ecke frei, für alternatives Gedankengut.

Zum Beispiel Gedanken über Viecher. Macht man sich immer wieder mal gern – dazu musst du kein Jäger, Hühnerfabrikbesitzer oder nackerter Antipelzdemonstrant sein. Der ein oder andere hat sogar einen vierbeinigen, sechsbeinigen oder multipel-flossigen Mitbewohner –  die mikroskopisch-kleinen Wesen nicht mitgezählt. (Ob man z.B. die Hausstaubmilbe oder diverse Mottenarten noch unter dem Begriff Haustier subsumieren kann, ist ja weniger eine biologische, denn philosophische Frage)

Wie ich so im Ammertal herumstrawanzt bin – die Gegend um Bad Kohlgrub spielt ja im neuen Roman eine nicht unwesentliche Rolle – hat ein Gastronom mir erzählt, dass unser einheimischer Reinecke Fuchs auch vor einem emigrierten Nandu in doppelter Fuchsgröße nicht Halt gemacht hat. Ins Freigehege geschlichen, Kopf abgebissen und fertig. Hunger kennt kein Gebot. Von wegen: Was ich nicht kenn, das fress ich nicht.“
Der Fuchs an sich scheint ein aufgeschlossener Gourmet zu sein. Wird für die Fleischfresser ja immer wichtiger.
Zum Beispiel wird ein Grauhörnchen nicht viel anders schmecken, als das knuffige, rötliche Eichhörnchen mit den Puschelöhrchen. Das gibt’s wahrscheinlich in absehbarer Zukunft nur noch als Plüscherinnerung beim Spielwarentandler. Dafür kommt amerikanische Importware für die Beutegreifer auf den Teller, respektive ins Maul.
Was sie uns von drüben schicken ist ja per se erst einmal brennend interessant. England haben die Grauen schon okkupiert, Italien ist die nächste Station auf dem Weg zur Hörnchen-Weltherrschaft bevor sie über die Alpen ziehen werden.  Man kann nur hoffen dass die Grauen ihre überlegene Größe und Stärke keiner genetischen Manipulation verdanken. Mit ihren Rindviechern kennen die Amis da ja auch kein Pardon.
Und a pro Pos Importware – der depperte chinesische Marienkäferwird hoffentlich bei den Insektenvertilgern  auf die Tageskarte gesetzt. Das narrische Tier macht es sich nämlich leicht – es frisst alles zam. Bei den Weinreben hört allerdings für mich der Spaß auf. (da beschleicht mich der paranoide Gedanke, die gepunkteten Fresssäcke sind eingeschleust worden, damit man am Ende chinesischen Wein saufen muss)

Wir Homo sapiens scheinen nicht ganz so innovativ zu sein, bezüglich Nahrungsaufnahme.  Wie die Schimmelpilze machen sich Futterkrippen breit,  die schmissigen Namen auf der Verpackung sorgen für die Unterscheidung – ausgepackt findet man die gleichen Ingredienzien, nur einmal rechtsherum gerührt, einmal links – oder bloß in Öl geschüttelt. Mahlzeit. Ein Getränk dazu?
Ob die Gleichmacherei in uns steckt, wär die Frage. Vielleicht ist das ein hirnorganischer Airbag. Da bist du auf sicherem Geläuf, wenn du einen Vergleich hast. Es schmeckt nicht ungewöhnlich, also scheint es nicht ungenießbar zu sein – zumindest haut es dich nicht augenblicklich vom Stangerl. Alles hat seine Zeit. Beruhigendes, sedierendes Futter für den Geschmackssinn – gustatorisches Überbleibsel aus der Steinzeit, wahrscheinlich.
Irgendwohin muss man eben alles ordnen und verknüpfen. So scheint das eingerichtet im Hirn, da lauert der Bürokratismus in jeder Windung. Sauber beschriftet wie die Marmeladegläser im Kellerregal. Aber, wie im wahren Leben ist das eh vergebene Mühe (den Tesafilm findest du auch nie, wenn du ihn grad brauchst).

Praktisch ist das allerdings fürs Verkäufertum, wenn die Leut dem inneren Drang nachgeben, das Bekannte zu hofieren – ob sie wollen oder nicht. Die Kleinwagen zum Beispiel haben ja alle kugelrunde Glubschbeleuchtung wegen dem Kaufanreiz durch Kindchenschemata. Wahrscheinlich kannst du bald Betreuungsgeld beantragen, wenn du dir ein motorisiertes Zwergerl zulegst. Das hätte, wirtschaftlich und lobbyistisch besehen, für die politischen Geldgurus, (dem Kindchenschemata optisch ja auch noch nicht entwachsen), einen äußerst selbst – befriedigenden Ansatz.
Farbkombinationen sollen freundliche Assoziationen schaffen, Hit-Schreiberlinge verwenden immer dieselben Pling-Plang-Tonfolgen, Pheromonduftwasser sollen die Madln anlocken, wie die liebestrunkenen Motten. Die Werbefuzzis  erforschen bereits in Freilandversuchen, wie sie Babys im Mutterleib günstig prägen können, aufs eigene Fress-Produkt. (Da überfallen mich urplötzlich bizarre Ideen, bezüglich Hörbuchs…)
Irgendjemand scheint allerweil die Fernbedienung in der Hand zu halten, wenn du voller Entdeckerstolz glaubst, dich ganz eigenständig an etwas zu erfreuen. Neues zu entdecken wird einem nicht leicht gemacht, außer du findest zufällig ein verirrtes Elementarteilchen, wie du wieder mal auf der Suche nach dem Tesa bist. Da scheint das Hirn festgefahren im Wiederholungssumpf.
(Ein hoffnungsvoller Ansatz: Man frisst  chinesische Marienkäfer. Das wär erstens innovativ – zum Beispiel als kulinarischer Farbtupfer statt den Kapern auf der Pizza – und zweitens immens nützlich)

Ich könnte das Gscheithaferl geben und behaupten, dass sind evolutionäre Gedankenergüsse –  wenn man beim Tier anfängt und bei der Krone der Schöpfung endet  – aber letzten Endes kommt der Mensch ja meistens auch nur als getuntes Viech daher.
Um wieder beim Fuchs aus dem Ammertal zu landen – der wird auch weiterhin ums Mäusemenü nicht drumrum kommen – aber er scheint allzeit bereit, sich dem Unbekannten zuzuwenden. Da scheißt der sich nix. Insofern wär das vielleicht schon ein exemplarisches Viech (seine  reißerischen Ernährungsgewohnheiten mal beiseite gelassen).

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Fuchsteufelswild

Demnächst mehr über den zweiten vogelwilden Fall vom Sandner Josef. Mit dem verbring ich grad meine Zeit. Es ist eine innige Beziehung. Ich steh mit ihm auf und darf mit ihm ins Bett gehen.

So schauts aus 😉

(und natürlich:  Ja zum Urheberrecht!)

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Auf Reisen

Dorf!nfo schreibt zur: Lesung in Sundern   🙂

Hat großen Spaß gemacht im Hofcafe in Sundern zu lesen (mein Navi hat mich glücklicherweise ohne Murren und Zicken zur beschaulichen Örtlichkeit hingeleitet)

Der Milchkaffee war erstklassig, die Atmosphäre stimmig  und die Leut einfach sympathisch

Was will man mehr?

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wortbewegend

Kleine Hilfestellung für die Abendgestaltung am Samstag (28.4.):
Hörgang / Textpassagen in Haidhausen 

Spannende Abenteuerspielplätze für Wörter – zum Austoben

Ich freu mich drauf, dabei zu sein

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Rätselhaftes München

Für meinen neuen Roman hab ich eine kleine Ortsbegehung unternommen.
Für alle, die jetzt schon wissen wollen, welche Ecke Münchens eine Rolle spielen wird, hier ein beeindruckender Anhaltspunkt:

 

 

 

 

 

 

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Lied & Leid

Wenn ich behaupten würde die folgende Idee wär auf meinem Mist gewachsen, wär es dreist gelogen. Das Copyright gebürt einem Leser von „Der Sandner und die Ringgeister“, der sich Gedanken gemacht hat, wie denn wohl ein Soundtrack zum Buch aussehen täte. Ich hab also ein wenig gebrütet und versucht die Frage zu beantworten.
Eigentlich eine schicke Idee. Überhaupt wär es schon innovativ, wenn man zum Gedruckten ab und an die passende Musik serviert bekäme. (Wenn es nicht grad ein Sperrholzmöbelkatalog sein muss)
Beim Hauptkommissar Sandner spielt das Musikalische ja eine große Rolle. Erstens kommt sein Faible nicht zu kurz und zweitens sind sowohl tote als auch lebendige Musiker – wenn man so will – thematisch inkludiert.
Einige der folgenden Songs werden auch im Roman erwähnt/quasi gespielt.
Hier wär er also, der (ultimative)  Soundtrack  zum Buch „Der Sandner und die Ringgeister 😉

Blues Brothers —Rawhide
Billie Hollyday –Summertime
John Lee Hooker — It serves me right to suffer
Tom Waits —Dirt in the ground
In extremo —Über den Wolken
Arno –Marie tu m`as
John Lee hooker —one bourbon one scotch, one beer
Charlotte Gainsbourg —Memoir
Haindling —Rote Haar
Rolling Stones — little red rooster
Nick Cave — Into my arms
Kofelgschroa — Sog ned
Tom Waits — Rain Dogs
Next Stop Horizon — Wild Escape
Westbrucks Marching Songs

gute Unterhaltung

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Stammhirn Shuffle

Die Wissenschaft hat sich ja schon beizeiten auf den Weg gemacht, dass Geheimnis von Musik zu erklären. Ein steiniger Weg. Weil das Hirn ja ein faszinierender Apparat ist, den bekommst du selbst als chinesischer Fabrikant nicht mir nichts dir nichts kopiert.
Da ist zum Beispiel vom Nucleus accumbens und vom mesolimbischen System die Rede, die bei den Süchten und Belohnung mitspielen.
Wenn du das als Musiker  aufdröseln könntest, würd dir das Volk die Füße abbusseln.
Es gibt Situationen, z.B. im Wiesnzelt, da kommt einem der Verdacht, jemand hätte den Dreh raus, mittels primitiven Tonfolgen über das Hirn zu herrschen, weil die Euphorie gar so erruptiv und erschreckend umher geistert.
Wahrscheinlich ist  da das Reptilienhirn im Einsatz. Dieses Stammhirn reagiert ja auf Geräusche, Geplärr und Gestampfe genau wie vor zweihunderttausend Jahren.
Du entwickelst ein Erregungspotential ob du magst oder nicht. Da fragt dich keiner.
Aber die Natur kennt keine billigen  Tricks, das ist alles Premiumklasse.
Jeder Wagner -Enthusiast tät vehement bestreiten, dass seine Empfindungen identisch sind mit denen eines Primatenforschers im Dschungel, vor dem sich grad ein Silberrücken in Pose wirft und auf die Brust trommelt.
Da bleiben Fragen offen, aber bei guter Musik kann’s letztlich wurscht sein, welches kleine Männchen im Hirn den Taktstock schwingt und ob es einen Frack anhat.
Eine Möglichkeit dem Schädelinhalt die Arbeit zu versüßen – und das wär jetzt ein musikalischer Tip –  oder ein wissenschaftlicher Feldversuch – sind Kofelgschroa. Bayrisch kommen die daher, unbändig und „vogelwuid“ spielen sie auf. Lebendigkeit pur. Wer die Gelegenheit hat, sich die live anzuschauen, sollt sie nicht verpassen.
Im Sinne der Erprobung suchtauslösender Faktoren, Gruß an Nucleus, – weil diese Art ehrlicher Musik will man sich immer wieder geben.
Vielleicht hätten sie da schon vor zweihunderttausend Jahren ihren Spass dran gehabt – weil ein gutes Gefühl scheint doch eine lange Geschichte zu haben.

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Bücher fressen Zweitausendzwölf

Eigentlich ist der Januar ein denkbar ungeeigneter Monat um den Jahresbeginn zu zelebrieren, wenn du nicht das Glück hast als Polarfuchs oder Schneehase dein Dasein zu fristen.  (Bei bevorstehender Wiedergeburt sollte man das unbedingt im Hinterkopf behalten). Das Wetter kommt so grau und greislich daher, dass du nach der Sonne im Herzen kramen musst, damit es überhaupt hell und warm wird im Stüberl.
Aber natürlich: Carpe diem, das Glas ist halb voll, träume nicht dein Leben … und pipapo. Weisheitsschwanger wie allerweil, der Jahresbeginn.
Neben der Eignung zur Besinnung und Beschaulichkeit bringt das frisch geschlüpfte Jahr die Zeit mit sich, in aller Ruhe das ein oder andere Buch zu verschlingen.
Zum Verschlingen, quasi zum Fressen ohne Besteck eignet sich nicht jeder Wälzer. Da brauchst du handliches Format gepaart mit schmackhaft, scharf -gewürzten Zeilen.
„Pageturner“ sagt dazu die anglizistisch beschlagene Koryphäe, wobei das schon hyperaktiv gehetzt in den Ohren klingt,  atemlos, hopp – hopp, auf gehts, nächste Seite – fast ein bisschen Fastfood. So ein Quickie ist ja nicht immer die Erfüllung – nicht einmal im zapfigen Winter.

Wenn man auf Texte nicht verzichten will – jeder hat ja so seine Lesegewohnheiten – aber darüber hinaus nach visueller Stimulanz giert, eignet sich besonders die Graphic Novel.
Vielschichtiges Genre, wobei es mir Art Spiegelmans „The wild party“ vor kurzem besonders  angetan hat. Der Spiegelmann, Schöpfer der grandiosen „Maus“ Comics, hat sich  einen lyrischen Text von Joseph Moncure March aus den Zwanzigern vorgeknöpft – die  vogelwuide Schilderung einer ernüchternden Halbwelt -Party Orgie, die in ihrer drastischen Deutlichkeit wahrscheinlich dem Bildungsbürger vor neunzig Jahren die Ohren durch glühende Kohlen ersetzt hat – neben der bigott – schwelenden Faszination am obszönen Treiben. Umgangssprachlich, roh und derb, „jazzy and sexy“,  in passenden Farben gepinselt – zumindest in der Originalfassung. (Die deutsche Übersetzung ist leider etwas schwach auf der Brust)
Dazu die Zeichnungen von Spiegelmann, reduziert auf das Wesentliche, stimmungsvoll, zupackend – kein hastiger Buchhappen, eher zum Genießen – und das Auge isst fasziniert mit.
Zumindest hat mich das Büchlein angestupst und gehaucht: „ Gib dir doch hin und wieder einen Bissen Lyrik.“
Wenn mir der Appetit danach steht, greif ich gern zu Dylan Thomas (Lesetipp: Alles was von ihm gedruckt und erhältlich ist)  und Charles Bukowski (Lesetipp: „Flinke Killer“ mit stimmigen Illustrationen von Janosch)  – beeindruckend, wie laut Gedichte längst Gestorbener ihre Lebendigkeit herausbrüllen  können – die Reime gehämmert in glühender Esse einer gewaltig -monströsen Lebensschmiede – oder so ähnlich 😉
Der Vorteil von guter Dichtung liegt ja in ihrer Beschränkung auf die Essenz. Das beinhaltet eine Zeitersparnis, so als wenn du dir die Nüsse nicht erst in Handarbeit mühsam aufknacken musst, um an den Kern zu kommen – quasi Studentenfutter.
In ähnlicher Form findet man das ja ab und an bei der Kurzgeschichte. Zu meiner Neujahrslektüre gehört die Anthologie Seelenmusik. Die ist von der Sabine Finzel und der Carmen Mayer herausgegeben und darin finden sich unterhaltsame, aufwühlende und kluge Storys unterschiedlichster Schreiberlinge. Bestes Gourmet- Futter.

Oft wird man ja von einer Legion um Aufmerksamkeit heischender Druckwerke am Schlafittchen gepackt, die im Chor brüllt: „Verschling mich gefälligst, du Kulturbanause!“ Schlimmstenfalls würde man es tatsächlich bereuen, dem nicht nachzukommen – aber in Zweitausendzwölf gibt’s ja wieder mal genug Raum für beste Vorsätze.
Neben denen soll das frische Jahr  natürlich auch noch „Sätze“ daherbringen, weil das „Vor“ ja wie beim Spiel nur ein Auftakt ist.
Für alle die den „Sandner und die Ringgeister“ mit Gusto gefressen haben, (ja, und für alle anderen selbstredend auch) sei vermerkt, dass ich derweil über dem nächsten Roman sitz (garantiert kein Lyrikband) , wobei jetzt die Witterung, mit ihrer bärig – kalten Mahnung zur Häuslichkeit,  schon wieder ihr Gutes hat.
Dass mit dem Sitzen ist in diesem Fall nicht wörtlich zu nehmen.
Wissbegierige Leut hinterfragen ja oft einen Autoren in Gänze. Um die Frage nach meinem Arbeitsplatz erschöpfend zu klären, anbei ein kleines optisches Schmankerl. (Da hab ich mich wohl von den Graphic Novels beeinflussen lassen.)


Hier spielt sich der schreibende Alltag vom Roland Krause ab. Ein Schreibtisch wird überschätzt. Es gibt kaum etwas, dass Professionalität so überzeugend vorgaukeln kann, ausser vielleicht dem ein oder anderen gefakten Doktorat.

Ob nun mit oder ohne Kanapee, ob sibirischer Eisfischer  oder Heliosjünger, allen wünsch ich ein neues Jahr, dass etwas besonderes für sie in sich trägt. Rauskitzeln muss man es ja eh allerweil selbst – womit auch ich noch eine zünftige Weisheit nausgehauen hab. Hilft ja nix, muss halt!

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